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Freitag, 17. Juni 2016

Ostfriesentee wird Weltkulturerbe

"Man trinkt Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen" (T'ien Yiheng, chin. Gelehrter). Das wissen auch die Ostfriesen. Bei Ihnen heißt es deshalb: "Abwarten und Tee trinken". Wer jetzt denkt, das klinge nach Müßiggang, der irrt sich. Der Genuß von Tee nach einem festgelegtem Ablauf soll Ruheinseln im Alltag schaffen - schön demonstriert durch das bedächtige Träufeln von Sahne in den Tee in der Tasse. Das geschieht idealerweise gegen den Uhrzeigersinn und betont, dass die Zeit jetzt für ein paar Ruheminuten angehalten wird. Man beobachtet, wie die Sahnetropfen in der Tasse versinken und dann langsam wie Wölkchen wieder auftauchen. Das beruhigt und läßt Raum für einen Klönschnack mit dem Gegenüber.

300 Liter Tee trinken die Ostfriesen pro Jahr und liegen damit noch vor den Engländern. Das mag auch daran liegen, dass jeder Gast das Recht auf drei Tassen Tee hat. Wie wichtig der Genuß von Tee den Ostfriesen ist, zeigt eine Sonderregelung in den Notzeiten nach dem Krieg. Für Ostfriesen gab es auch eine Ration Tee als lebenswichtige Grundernährung.

So ein Kulturgut muss natürlich geschützt werden. Deshalb hat das Land Niedersachsen einen Antrag gestellt, die ostfriesische Teezeremonie als Weltkulturerbe registrieren zu lassen. Im Herbst wird die Kultusministerkonferenz laut Imke Wemken von der Ostfriesland Tourismus GmbH über eine Bewerbung bei der Unesco entscheiden.

Informationen zu Tee in Ostfriesland erhalten Sie aus erster Hand im Teemuseum in Norden. Herkunft, Anbau und Verarbeitung werden hier ebenso gezeigt wie Gewohnheiten und Geschichte rund um das Lieblingsgetränk der Ostfriesen. Sie können ihn natürlich dort auch probieren oder in der Stube im Obergeschoß für eine ganze Reisegruppe servieren lassen. Wie eben überall in Ostfriesland.

Informationen zu Gruppenreisen nach Ostfriesland mit Programmen rund um Ostfriesentee finden sie auf www.ix-tours.com/Tee